Warum der Disability Pride Month nach wie vor wichtig ist Eine stetig wachsende internationale Bewegung, die es verdient, einbezogen zu werden

Ja, wir brauchen nach wie vor den Disability Pride Month, eine Initiative, die ins Leben gerufen wurde, um Rechte und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen einzufordern.  Der Disability Pride entstand im Zusammenhang mit der historischen Verabschiedung des Americans with Disabilities Act (ADA) von 1990 in den Vereinigten Staaten, einem Gesetz, das einen Wendepunkt im Schutz vor Diskriminierung und bei der Förderung der Barrierefreiheit markierte. Seitdem hat sich der Pride von einem Gedenktag zu einem ganzen Monat voller Initiativen und Austauschmöglichkeiten entwickelt, an denen heute Städte auf der ganzen Welt teilnehmen. 

Disability Pride: Der Pride, der den Blick auf Behinderung auf den Kopf stellt

Im Mittelpunkt des Disability Pride steht ein Perspektivwechsel, bei dem Behinderung nicht mehr als individuelles Manko dargestellt wird (wie es viel zu lange der Fall war), sondern als Teil der vielfältigen Facetten eines Menschen. Nach Angaben der wichtigsten Organisationen, die den Disability Pride Month fördern, besteht das Ziel gerade darin, die Identitäten von Menschen mit Behinderung zu würdigen und gleichzeitig kulturelle und strukturelle Barrieren in Frage zu stellen, die den Zugang zu Schule, Arbeit, Gesundheitsversorgung und öffentliche Räume einschränken. Rechte, die sehr oft keine solchen sind. In Italien hat die Bewegung in den letzten Jahren durch den Disability Pride Italia Gestalt angenommen, eine Veranstaltung, die sich nach und nach auf mehrere Städte ausgeweitet hat. Rom ist einer der wichtigsten Bezugspunkte, da dort in den letzten Jahren öffentliche Veranstaltungen zum politischen und kulturellen Austausch stattfanden. Die italienische Bewegung hat sich zudem auf verschiedene Regionen ausgeweitet und ist zu einem weitreichenden Netzwerk lokaler und nationaler Veranstaltungen geworden.

Das Problem der alltäglichen Barrieren und der Barrierefreiheit

Der Disability Pride stellt eine Frage in den Mittelpunkt: Wie barrierefrei ist die Gesellschaft, in der wir leben, wirklich? Verkehr, Schule, Arbeit und Gesundheitswesen sind nach wie vor Bereiche, in denen die Ungleichheiten mehr als offensichtlich sind. Das Problem ist natürlich auch kultureller Natur: Stereotypen, Bevormundung und Unterrepräsentation beeinflussen weiterhin das Leben von Menschen mit Behinderungen und vermitteln oft ein verzerrtes Bild von ihnen. 

Ein weltweites Wachstum der Bewegung

In den letzten Jahren hat der Disability Pride Month international immer mehr an Sichtbarkeit gewonnen, mit Veranstaltungen in Städten wie Chicago, New York und London sowie Gemeinschaftsinitiativen auch in Europa. Parallel dazu haben sich auch andere verwandte Bewegungen entwickelt, wie der Neurodiversity Pride Day, der die Debatte erweitert, indem er Neurodiversität und die Vielfalt kognitiver Funktionsweisen einbezieht. Der Disability Pride ist daher kein „Branchenereignis“, sondern eine Aufforderung, den öffentlichen Raum, die sozialen Beziehungen und das Konzept der Normalität selbst neu zu überdenken – und das betrifft jeden, der in einer Gesellschaft lebt, die gerechter oder ausgrenzender werden kann. Die Botschaft, die jedes Jahr im Juli deutlich wird, ist klar: Eine inklusive Gesellschaft ist keine Ausnahme, sondern ein politisches Projekt, das noch verwirklicht werden muss.

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