
Es gibt ein neues Buch zur Ungleichheit der Geschlechter, das sich mit den Themen Geld und Sex befasst Es ist „Geld, Sex und Macht“ von Azzurra Rinaldi
In der internationalen öffentlichen Debatte kursiert weiterhin ein beruhigendes, aber irreführendes Narrativ: „Frauen sind jetzt überall“, „Gleichheit wurde erreicht“, „Quoten werden nicht mehr benötigt“ und so weiter. Die Daten erzählen uns jedoch eine ganz andere Geschichte: Kein Land der Welt hat eine echte Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern erreicht. Ungleichheiten bleiben strukturell und ziehen sich durch den gesamten Lebenszyklus: niedrigere Löhne, schwächere Renten, Karrieren, die durch unbezahlte Pflegearbeit unterbrochen werden, eingeschränkter Zugang zu Krediten, berufliche Segregation in weniger bewerteten Sektoren und immer noch marginale Repräsentanz in politischen und wirtschaftlichen Führungspositionen. In diesem Zusammenhang entsteht das neue Buch von Azzurra Rinaldi, Money, Sex and Power (Rizzoli), ein Werk, das Wirtschaftsanalyse, feministisches Denken und politische Vorschläge kombiniert.
Geld als Ausschlussstruktur in Geld, Sex und Macht
Die erste Achse des Buches ist Geld. Azzurra Rinaldi zeichnet die lange Geschichte der wirtschaftlichen Ausgrenzung von Frauen nach und zeigt, dass die Ehe selbst jahrhundertelang eher ein Vertrag zur Vermögensübertragung als eine romantische Entscheidung war. Selbst wenn Gesetze geändert wurden, so der Autor, haben die kulturellen und wirtschaftlichen Hinterlassenschaften dieses Systems weiterhin spürbare Auswirkungen. Die Rhetorik der romantischen Liebe hat oft die wirtschaftliche Dimension von Beziehungen verdeckt, sodass vielen Frauen die Instrumente zur finanziellen Autonomie fehlen.
Weibliche Körper und Sexualität als politischer und sozialer Raum
Das zweite Kapitel befasst sich mit weiblicher Sexualität und Sex, einem der umstrittensten Themen in der heutigen öffentlichen Debatte. Der Autor untersucht Sexarbeit als ein wirtschaftliches und soziales Phänomen, an dem Millionen von Menschen - hauptsächlich Frauen - beteiligt sind, das jedoch immer noch weitgehend unter moralischen Gesichtspunkten und nicht als Frage von Rechten und Selbstbestimmung diskutiert wird. Im Mittelpunkt der Reflexion steht der weibliche Körper als politischer Raum: historisch reguliert, kontrolliert und definiert durch externe Normen und nicht durch die eigenen Subjektivitäten von Frauen. Sogar Zustimmung und Wunsch werden als Elemente innerhalb einer Machtstruktur interpretiert, nicht als neutrale oder rein private Dimensionen.
Macht und Geschlechterungleichheit in der heutigen Gesellschaft
Die dritte Achse ist Macht, die sich durch alle anderen Themen zieht. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle, politische Repräsentation, Kontrolle über den Körper und Sexualität: alles deutet darauf hin, wer Entscheidungen trifft und wer davon ausgeschlossen ist. Azzurra Rinaldi stellt die immer noch tief verwurzelte Idee in Frage, dass Frauen weniger für Macht geeignet sind, und zeigt, dass dieser Glaube das Ergebnis einer langen kulturellen Konstruktion ist. Das Ziel ist nicht nur der Zugang von Frauen zu bestehenden Strukturen, sondern die Veränderung der Art und Weise, wie Macht ausgeübt wird.
Geld, Sex und Macht: ein Buch über feministische Ökonomie und sozialen Wandel
Money, Sex and Power ist insofern ein programmatisches Werk, als es Ungleichheiten nicht nur beschreibt, sondern auch Instrumente zu ihrer Bekämpfung vorschlägt: finanzielle Bildung, Umverteilung, Gegenseitigkeit und kooperative Formen der Wirtschaftsorganisation. Die Grundidee ist, dass Ungleichheit kein Schicksal ist, sondern ein konstruiertes System und daher eines, das geändert werden kann.
















































