Wenn Apps Filter übertreffen: der Fall Remini Die neueste KI-gestützte App wird viral

Als ich zum ersten Mal auf ein TikTok-Video stieß, in dem ein KI-generiertes Schwarzweiß-Fotoshooting gezeigt wurde, hielt ich es für einen Witz. Ein Streich oder vielleicht eine dieser seltsamen gesponserten Anzeigen, in denen eine Roboterstimme Sie auffordert, etwas zu kaufen. Ich klickte auf „Nicht interessiert“ und fuhr mit meinem gewohnten Scrollen fort. Wenige Tage später tauchte dasselbe Fotoshooting wieder auf. Verärgert und doch fasziniert von der Hartnäckigkeit des Algorithmus beschloss ich, mir die KI-generierten Portraits anzusehen. Diese übersichtlich verpackten professionellen KI-Porträts wurden schnell zu einem Trend auf der Plattform und schienen zunächst nichts Besonderes zu sein. Die Ergebnisse ähneln einer polierteren und manchmal sexualisierten Version von LinkedIn-Headshots mit maßgeschneiderten Anzügen und knackigen weißen Hemden.

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Von Immuni zum Babyfieber-Trend

Die viralen KI-generierten Fotos stammen aus einer App namens Remini. Remini AI gehört Bending Spoons, einem italienischen Softwareunternehmen, das für die Entwicklung von Immuni, der App zur Kontaktverfolgung zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie, bekannt ist, und ist seit 2019 auf dem Markt. Laut der Website des Unternehmens hilft die App Millionen von Nutzern dabei, verschwommene Bilder zu verbessern, professionelle Porträts zu erstellen und sogar vorherzusagen, wie ihre zukünftigen Kinder aussehen könnten — eine Funktion, die laut Wall Street Journal bei den Nutzern ein „Babyfieber“ ausgelöst hat.

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Die Vielseitigkeit von Remini AI

Remini erstellt nicht nur KI-Porträts im Linkedin-Stil. Die App bietet eine Vielzahl futuristischer Möglichkeiten, z. B. sich und Ihren Partner als werdende Eltern vorzustellen, mit virtuellen Frisuren zu experimentieren oder sogar Ihr jüngeres Ich zu umarmen — eine Funktion, die manche vielleicht beunruhigend finden. Benutzer fühlen sich von Natur aus von den unzähligen KI-gestützten Transformationen angezogen, und auf TikTok wird diese Technologie nicht nur verwendet, um fiktive Kinder zu erschaffen, sondern auch oft auf echte Kinder angewendet, sodass viele von dem, was wie digitale Magie aussieht, erstaunt sind.

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Die Probleme mit KI-gesteuerten Technologien

In den letzten Monaten haben zahlreiche Unternehmen beschlossen, Gesichtsfilter von ihren Plattformen zu entfernen. Im vergangenen Monat schloss Meta seine Spark-AR-Anwendung, mit der Benutzer Augmented-Reality-Gesichtsfilter generieren konnten, was Instagram und Facebook dazu veranlasste, von Benutzern erstellte und vom Unternehmen entwickelte Filter zu eliminieren. In ähnlicher Weise kündigte TikTok, das zu ByteDance gehört, im November 2024 neue Einschränkungen für Gesichtsfilter an, um die psychische Gesundheit junger Nutzer zu schützen.

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Wenn ich über KI-gestützte Gesichtsfilter nachdenke, vergleiche ich sie oft mit Stockbildern — vielleicht zunächst eine ungewöhnliche Analogie. Wie bei Stockfotos basieren diese Tools jedoch auf der Standardisierung von Inhalten, sofortiger Zugänglichkeit und Massenreproduktion. Bemerkenswert ist, dass Remini AI 2024 die am häufigsten heruntergeladene App in den USA war und sogar ChatGPT eine ganze Woche lang übertraf. Die Entwicklung von einfachen Gesichtsfiltern zu KI-generierten Porträts wirft eine wichtige Frage auf: Sollten wir diese Technologien für ihre Fähigkeit feiern, digitale Nachkommen zu erzeugen, oder sollten wir uns fragen, warum all diese „Kinder“ sich unheimlich ähnlich sehen, als ob sie direkt aus einem Eugenik-Katalog stammen?

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