Die Region Lombardei verweigert erneut das Sponsoring für Milano Pride 2026 Die Mitte-Rechts-Mehrheit lehnt weiterhin die institutionelle Unterstützung für die Kundgebung am 27. Juni ab

Auch in diesem Jahr hat die Region Lombardei ihre Schirmherrschaft für den Milan Pride verweigert, der für den 27. Juni geplant ist. Die Entscheidung fiel mehrheitlich im Präsidium des Regionalrates: Die Mitte-Rechts-Vertreter stimmten dagegen, während die beiden Vertreter der Demokratischen Partei dafür stimmten. Es ist inzwischen ein bekanntes Drehbuch im Pirellone. Auf der einen Seite unterstützt die Opposition die institutionelle Anerkennung von Pride; auf der anderen Seite lehnt die regionale Mehrheit sie erneut ab und bestätigt damit in dieser Legislaturperiode ihre kurzsichtige politische Haltung zu Bürgerrechtsfragen.

Die Abstimmung im Präsidium

Gegen die Schirmherrschaft stimmten Federico Romani von Brothers of Italy, Präsident des Regionalrates, Vizepräsident Giacomo Cosentino von Lombardia Ideale und Alessandra Cappellari von der Liga. Dafür waren Emilio Del Bono und Jacopo Scandella von der Demokratischen Partei. Das Endergebnis war eindeutig: drei Nein-Stimmen und zwei Ja-Stimmen. Die regionale Schirmherrschaft für Milan Pride 2026 wurde daher ein weiteres Jahr in Folge abgelehnt. In den vergangenen Jahren rechtfertigten Mitglieder der Mehrheit ihren Widerstand damit, dass sie die Veranstaltung als „spaltend“ und „provokativ“ bezeichneten. Eine Position, die weiterhin die politische Distanz zwischen der lombardischen Mitte-Rechts-Partei und den Organisationen, die den Pride organisieren, unterstreicht.

Die politische Bedeutung von Mäzenatentum

Das Thema geht über den formalen Wert des Mäzenatentums selbst hinaus. Für die Organisatoren und einen Großteil der LGBTQIA-Verbandswelt bedeutet institutionelle Unterstützung eine öffentliche Haltung gegen Diskriminierung und Ungleichheit. Pride-Veranstaltungen entstanden als Demonstrationen, in denen Gleichberechtigung, Schutz und soziale Anerkennung gefordert wurden. Jedes Jahr bitten sie die Institutionen, die Prinzipien der Inklusion und Gleichheit zu unterstützen, insbesondere in einem historischen Moment, in dem die Debatte über LGBTQIA-Rechte weiterhin stark polarisiert ist. Aus diesem Grund wird das Fehlen von Mäzenatentum als präzises politisches Signal interpretiert. Luca Paladini, Regionalrat von Patto Civico und Gründer von Sentinelli di Milano, sprach offen von „Ausgrenzung gegenüber der LGBTQIA-Gemeinschaft“ und kritisierte das Fehlen regionaler Initiativen zu Inklusions- und Diskriminierungsfragen.

Die Entfernung zwischen der Stadt und der Region

Dieses Jahr bestätigt erneut den Unterschied in der Position zwischen der Lombardei und der Stadt Mailand. Tatsächlich wird der Palazzo Marino den Pride voraussichtlich erneut sponsern, wie dies in früheren Ausgaben der Fall war. Es ist eine politische Kluft, die zwei unterschiedliche Visionen in Bezug auf Bürgerrechte und institutionelle Repräsentation widerspiegelt. Mailand präsentiert sich weiterhin als offene und integrative Stadt, während die Region auf symbolischer und politischer Ebene eine konservativere Linie verfolgt.

Eine zunehmend besuchte Veranstaltung

Der Mangel an regionaler Schirmherrschaft ändert jedoch nichts am Ausmaß der Veranstaltung. Am 27. Juni werden mehr als 350.000 Menschen erwartet. Die Parade beginnt in der Via Pisani und endet am Arco della Pace. Damit endet ein Monat voller Pride-Veranstaltungen. In den letzten Jahren hat sich Milan Pride zu einer der meistbesuchten öffentlichen Veranstaltungen der Stadt entwickelt, an der Verbände, Aktivisten, Familien, Studenten und kulturelle Organisationen teilnehmen. Den Organisatoren zufolge stellt die Veranstaltung weiterhin einen grundlegenden politischen und sozialen Raum dar, um Freiheit, Sichtbarkeit und Gleichheit einzufordern. Und genau diese öffentliche Bedeutung macht die mangelnde Unterstützung der Region zu einem Thema, das jedes Jahr zu neuen politischen Auseinandersetzungen führen wird.

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