Was ist dieser „Babyboom“, den Konservative auf der ganzen Welt so begehren Trotz der Rhetorik scheint es unmöglich, Lösungen zu finden, die die Geburtenrate begünstigen

Das Thema des demografischen Rückgangs ist zu einem zentralen Thema der Agenden mehrerer konservativer Parteien und großer rechter Bewegungen in den westlichen Ländern geworden. Tatsächlich ging Trump bereits 2023 auf der Conservative Political Action Conference (CPAC), einer der wichtigsten politischen Veranstaltungen der konservativen Bewegung, auf die Notwendigkeit eines erneuten Bevölkerungswachstums ein und schlug finanzielle Anreize für Familien vor, die sich für Kinder entscheiden. Die Daten zeigen deutlich eine Verlangsamung des demografischen Wachstums: Zwischen 2010 und 2020 wuchs die US-Bevölkerung nur um 7%, während der Anstieg in den 1990er Jahren 13% betrug. Dies war das langsamste Jahrzehnt des Bevölkerungswachstums seit der Großen Depression der 1930er Jahre, hauptsächlich aufgrund des Rückgangs der Geburtenraten. Trump kehrte kürzlich zu dem Thema zurück und schlug einen „Babybonus“ in Höhe von 5.000 USD für werdende Mütter vor. Aber die „pro-natale“ Bewegung ist nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt: Das gleiche Thema wird seit langem in Europa und vielen anderen Industrieländern diskutiert, insbesondere in rechten Kreisen, die sich in der Vergangenheit intensiv mit dem Phänomen befasst haben.

@z00mie

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Der Rückgang der Geburten wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, von denen einige globaler Natur sind und es schwierig machen, wirksame Lösungen zu finden. Einer der am meisten diskutierten Aspekte ist die Wirksamkeit staatlicher Maßnahmen zur Förderung höherer Geburtenraten, wie Boni, Steuervergünstigungen oder andere Maßnahmen. Trotz der Bemühungen haben sich diese Initiativen in keinem Zusammenhang als ausreichend erwiesen, um den langfristigen Trend umzukehren. Dennoch argumentieren Befürworter, dass es unmöglich ist zu wissen, ob der Rückgang ohne sie noch dramatischer ausgefallen wäre. Laut einem Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) aus dem Jahr 2019 lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in Ländern, in denen die Fruchtbarkeitsrate unter das Ersatzniveau gefallen ist, d. h. unter 2,1 Kinder pro Frau, den Schwellenwert, der erforderlich ist, um die Bevölkerungsstabilität ohne Einwanderung aufrechtzuerhalten und die Säuglingssterblichkeit zu berücksichtigen.

Japan ist einer der emblematischsten Fälle institutioneller Reaktionen auf sinkende Geburtenraten. Seit den 1990er Jahren hat die japanische Regierung eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Kinderwunsch zu unterstützen: Unter anderem wurde die obligatorische Elternzeit für ein Jahr eingeführt, das Angebot an öffentlichen Kindergärten wurde erweitert, Unternehmen wurden ermutigt, die Arbeitszeiten zu reduzieren, und zweimonatliche Familienbeihilfen wurden für Haushalte mit einem oder mehreren Kindern eingeführt. Dennoch hatte keine dieser Maßnahmen eine dauerhafte Wirkung, und die Situation hat sich im Laufe der Zeit sogar verschlechtert. Im Jahr 2023 fiel Japans Fruchtbarkeitsrate auf 1,2, und die Geburten gingen im Vergleich zum Vorjahr um 5,6% zurück. Dies ist die niedrigste Zahl seit 1899, dem Jahr, in dem das erste offizielle Volkszählungssystem eingeführt wurde. Dieser Trend beunruhigt viele Analysten, da ein Bevölkerungsrückgang erhebliche wirtschaftliche und soziale Folgen haben kann: Eine zunehmend ältere Bevölkerung schrumpft die verfügbaren Arbeitskräfte, erhöht die Steuerlast und reduziert die zur Unterstützung des Sozialsystems verfügbaren Ressourcen.

Ein weiteres wichtiges Beispiel ist Südkorea, das mit 0,72 Kindern pro Frau die niedrigste Fruchtbarkeitsrate der Welt hat. 1970 überstiegen die Geburten eine Million, 2023 waren es jedoch nur 230.000. In einem solchen Szenario wird geschätzt, dass jede heute geborene Person während ihres gesamten Arbeitslebens das Äquivalent von vier Rentnern wirtschaftlich unterstützen muss, wie die New York Times zusammenfasste. Es geht also nicht nur um die Zahl der Geburten, sondern auch um das Gleichgewicht zwischen den Generationen und die allgemeine Nachhaltigkeit des sozioökonomischen Systems. Allerdings entsprechen die niedrigsten Geburtenraten im Allgemeinen Indikatoren für sozialen Fortschritt. In Europa und den Vereinigten Staaten beispielsweise fiel der Rückgang der Geburten mit einer steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen, einem höheren Bildungsniveau und einer allgemeinen Abkehr von traditionellen religiösen Modellen zusammen mit der breiteren Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln zusammen.

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