
Wissen Sie, wie Tinder geboren wurde? Auf Disney kommt der Film „Swiped“ über seine Mitbegründerin Whitney Wolfe
Haben Sie sich jemals gefragt, wie Tinder geschaffen wurde? Auf Disney kommt der Film, der diese Frage beantwortet. Swiped erzählt die wahre Geschichte aus der Sicht von Whitney Wolfe, einer Mitbegründerin, die von ihren eigenen Kollegen geächtet wird, in einer Geschichte nicht nur über Innovation und Unternehmertum, sondern auch über die sexistischen und frauenfeindlichen Implikationen, die oft damit einhergehen. Sie spielt Lily James, deren Auftritt leider durch eine helle Linse behindert wird, die ihre tiefbraunen Augen in zwei gelblich/blaue Kugeln verwandelt. Ein Detail, das dem echten Charakter ähnelt, aber für erzählerische Zwecke nichts hinzufügt und nur die Frage aufwirft, warum eine solche Wahrhaftigkeit notwendig war, wenn es doch wirklich darauf ankommt, herauszufinden, wie es zu Beginn der App wirklich gelaufen ist, die die Welt des Online-Dating für immer verändert hat. Schauplatz ist derweil das vorgefertigte Silicon Valley: ein jugendliches Arbeitsumfeld, Besprechungen an Tischtennistischen und karierte Hemden statt klassischer Anzüge. Und wie so oft aus diesen überwiegend männlichen Orten hervorgegangen, mangelt es nicht an Repressionen gegen Frauen, deren Verdienste nicht anerkannt wurden und die bei der ersten Gelegenheit zum Schweigen gebracht wurden.
Eine Welt vor MeToo: Whitney Wolfes Kämpfe und Ungerechtigkeiten
Eine Welt vor MeToo, die im Film den Beginn des Tinder-Imperiums im Jahr 2012 markiert und sich in einer Zeit fortsetzt, die für die Transformation der soziokulturellen Dynamiken, insbesondere im Zusammenhang mit der Geschlechterpolitik, wirklich entscheidend war. Auf ihre Art war Whitney Wolfe eine Figur, die versuchte, ihren Beitrag zu leisten, anders als in Swiped, das sowohl ihre Erfolge als auch die Krisen ihres Lebens und ihrer Karriere nachzeichnet. Der Film verdient zwar einige Anerkennung dafür, dass er versucht hat, eine genaue Momentaufnahme dieser frühen 2010er Jahre zu geben (mit einem Gruß an den Kostümdesigner, der jeden Look furchtbar genau gemacht hat), aber die Arbeit von Regisseurin Rachel Lee Goldenberg fügt dem ohnehin schon überfüllten Genre der Frauen- und Arbeitsfilme nichts Neues hinzu, weder erzählerisch noch stilistisch. Nach Jahren, in denen Filme wie Bombshell die bedrückende Dynamik am Arbeitsplatz thematisierten, ist Swiped sicherlich eine rohe Reportage der Ungerechtigkeiten, mit denen Wolfe konfrontiert war, aber was wird nach dem Abspann beim Zuschauer bleiben? Sicherlich das Bewusstsein für die geschlechtsspezifischen Unterschiede, unter denen Frauen leiden, die Kenntnis von Fakten, die lange Zeit nur auf eine Weise erzählt wurden, und vor allem die Wiederherstellung der Rolle, die der Unternehmerin ursprünglich verweigert wurde. Aber um das Publikum wirklich zu erreichen, besonders in einer Zeit, in der solche Geschichten täglich erzählt werden, hätte Swiped eine schärfere Schrift und Form benötigt, nicht nur eine einfache Nacherzählung von Ereignissen, sondern eine tiefere Analyse prekärer und willkürlicher Machtdynamiken.
Tinder vs Bumble: Whitney Wolfes Reise und das verpasste Potenzial von Swiped
Selbst in Bezug auf Dating-Apps weckt Swiped in einem filmischen Moment, der von Material Love umgestaltet wurde, Neugier, beeindruckt aber nicht. Was in der Tat ein epochaler Wandel in der Art und Weise, wie Menschen sich begegnen, mit seinen dunkleren Seiten war, wird zwar erwähnt, aber nicht eingehend analysiert, da es an einer genaueren Studie mangelt. Der Einfluss, den eine Kreation wie Tinder auf jeden Aspekt des Liebeslebens digitaler Verbraucher hatte und der auch Wolfes eigenes Leben prägte, bleibt an der Oberfläche, während die Probleme, die sie auch heute noch verursacht, gravierend sind. Weil es für viele, insbesondere für Millennials, eine Gelegenheit gab und gibt, Tinder zu lieben, aber gleichzeitig war es ein Mittel, das Frauen und Mädchen erneut zu Objekten einer Kultur machte, die Belästigung erleichtert und toleriert. Ein Aspekt, der sie zusammen mit Whitney Wolfes persönlichen und beruflichen Kämpfen dazu veranlasste, später Bumble zu entwickeln, eine weitere Dating-App, bei der Frauen den ersten Schritt machen. Swiped bleibt daher innerhalb der Grenzen kanonischer Biopics und vergeudet die Chance, ein authentisches Megaphon zu sein. Dennoch ist es eine wissenswerte Geschichte, die das Potenzial hat, Dinge so zu erzählen, wie sie wirklich passiert sind.



















































