„The Girlfriend“ ist der Höhepunkt der Beziehung zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter Es ist auch eine Prime Video-Serie mit Robin Wright und Olivia Cooke.

Es kann ein Mythos, eine Legende, ein Gerücht oder einfach nur Bosheit sein. Aber manchmal ist es einfach die Wahrheit. Schwiegermutter und Schwiegertochter müssen sich nicht unbedingt mögen, aber mit The Girlfriend auf Prime Video erreichen die Dinge ein ganz neues Level. Es basiert auf dem 2017 veröffentlichten Roman von Michelle Frances und thematisiert den Konflikt, den Jennifer Lopez und Jane Fonda einst in Monsterlaw (2005) porträtierten. Die Serie, die ab dem 10. September auf Prime Video gestreamt wird, ist ein Psychothriller, der gleichzeitig ein Liebesdreieck voller Mama-Probleme ist. Unter der Regie von Robin Wright, die auch als Mutter spielt, die für ihren Sohn Daniel kämpft (gespielt von Laurie Davidson), tritt sie in der Geschichte gegen die junge und verführerische Kollegin Olivia Cooke an, die für ihre Rolle als Alicent Hightower in House of the Dragon weithin bekannt ist. Sie zielen beide auf das Herz des Jungen.

Die Charaktere und ihre Konflikte in der neuen Prime Video-Serie The Girlfriend

Laura (Wright) hat als gegenwärtige und unterdrückerische Mutter im Laufe der Jahre eine wunderschöne Beziehung zu ihren Kindern aufgebaut, die jedoch stark beeinflusst und vor allem durch den vorzeitigen Tod einer anderen Tochter, der kleinen Rose, bedingt war. Cherry (Cooke) will sich unterdessen als perfekte Partnerin für einen jungen Mann aus einer guten Familie erweisen, von Beruf Arzt, dessen Vater einige der luxuriösesten Hotels der Gegend besitzt. Sie gehört zu den Mädchen, die ein Geheimnis in sich tragen, das niemals gelüftet werden darf. Versteckt wie ihre bescheidene Herkunft und die Tatsache, dass ihre Mutter als Metzgerin arbeitet, etwas, das Cherry versucht, so weit wie möglich von ihren ehrgeizigen und auffälligen Lebenszielen fernzuhalten. Wie ein Diptychon, dessen Spiegelbilder sich gegenüberstehen, mit zwei Versionen, die im Verlauf von sechs Folgen abwechselnd Lauras und dann Cherrys Blick folgen, erweist sich The Girlfriend als ebenso faszinierend wie morbid, würzig und köstlich unverschämt und sprengt sogar die Grenzen des guten Geschmacks. Es ist beliebt und kann die Neugier der Zuschauer wecken, die sich zwar des emphatischen Geistes der Show bewusst sind, sich aber fragen, wer im Recht ist und wer letztendlich Daniels Herz halten sollte. Mit ihrer dualen Perspektive macht die Serie die objektive Realität völlig überflüssig, der Unterhaltung zuliebe, die sie so effektvoll herauskitzelt. Die Adaption, die von den Macherinnen Naomi Sheldon und Gabbie Asher entworfen wurde, fesselt das Publikum von Anfang an, indem sie mehrere Blickwinkel bietet, um dieselben Szenen noch einmal zu betrachten, mit Veränderungen in Ton und Interpretation, mit Vorschlägen und sogar mit dem Dialog selbst spielt. Der Zuschauer, der sich der Leichtigkeit der Show bewusst ist, fühlt sich dennoch leidenschaftlich in den Wirbelwind hineingezogen, der bald über die Familie Sanderson und das Leben des Eindringlings Cherry Lane herabfallen wird.

Ambiguität ist die Stärke der Show

Dazu trägt auch der rasante, melodramatische Rhythmus bei, den das Drehbuch vorgibt und den die Regie, die nie prätentiös ist, sondern gepaart mit dem protzigen Charakter der beiden Protagonisten, unterstreicht. Schon auf den ersten Blick vermittelt The Girlfriend die beiden Welten, die sich gegenüberstehen: Laura und Cherry, während Daniel (Laurie Davidson) fast verschwindet und fest in den Fängen seiner beiden Wärter gefangen ist. Laura ist raffiniert und besessen von Kontrolle; sie scheint zufrieden zu sein, aber sowohl den Tod ihrer Tochter als auch ihre instabile Ehe sublimiert sie in eine pathologische Bindung zu Daniel. Cherry ist die soziale Aufsteigerin, die sich danach sehnt, ihrem „natürlichen Zustand“ zu entkommen, den sie für erniedrigend, bedeutungslos und unfair hält. In ihrem auffälligen Aussehen und ihrer Kleidung, die immer noch das Preisschild trägt, mag sie auf den ersten Blick schick wirken, aber in Wirklichkeit ist es eine krude Aufführung, die ihre Wurzeln vertuschen soll. Und doch, wer hat trotz alledem Recht und wer hat Unrecht? Wer ist aufrichtig und wer belügt Daniel und wahrscheinlich sich selbst? Die Erzählstruktur macht die Unterschiede zwischen den beiden Frauenstimmen von Anfang an deutlich und bietet ein Prisma, in dem die Show schwelgt und dessen Verstrickungen sich gerne entwirren lassen. Auch wenn die Wahrheit selbst vielleicht nicht das Ziel der Freude des Publikums ist, muss sie auch nicht unbedingt an die Oberfläche kommen, so wie wenn mehrere Glocken läuten, um dieselbe Geschichte zu erzählen. Und genau diese Ambiguität, obwohl sie letztendlich gelöst wurde, macht The Girlfriend und seine Protagonisten unwiderstehlich.

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