Warum will Meta ein Buch zensieren? „Careless People“ erzielt den gegenteiligen Effekt und wird allgemein bekannt

Vor ein paar Jahren, als ich aus akademischen Gründen in Amsterdam war, traf ich einen Mann, der mehrere Jahre bei Meta gearbeitet hatte. Er erzählte mir von der Atmosphäre in einem Studentenwohnheim, die das Unternehmen durchdrang — unterhaltsam und giftig zugleich. Wenn Meta bereits im Januar vor vier Jahren Donald Trumps Konto nach dem Angriff auf Capitol Hill im Jahr 2025 gesperrt hat, tun die Führungskräfte dieser Technologiegiganten alles in ihrer Macht Stehende, um wieder in die Gunst der neuen US-Regierung zu gelangen. Sie schaffen Programme für Vielfalt und Inklusion ab, stellen die Überprüfung von Fakten ein und fördern Desinformation und potenziell gefährliche Inhalte. Eine am 11. März in den USA veröffentlichte Abhandlung bietet jedoch eine einzigartige Perspektive auf die heutige Welt: Careless People von Sarah Wynn-Williams, einer ehemaligen Meta-Mitarbeiterin. Ein Buch, von dem noch niemand gehört hatte — bis das Unternehmen alles in seiner Macht Stehende unternahm, um seinen Vertrieb einzuschränken und stattdessen den Streisand-Effekt auslöste.

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Ein Blick in die Machtstruktur von Meta

Sarah Wynn-Williams arbeitete von 2011 bis 2017 bei Facebook und erreichte die Position der Direktorin für öffentliche Ordnung. Ihre Rolle bestand darin, gemeinsam mit Regierungen, Aufsichtsbehörden und Institutionen politische Maßnahmen zum Schutz der Unternehmensinteressen zu gestalten. Sie arbeitete eng mit Mark Zuckerberg, CEO von Meta, sowie Sheryl Sandberg, ehemaliger COO, und Joel Kaplan, Head of Global Policy, zusammen. Der Titel ihres Buches ist von The Great Gatsby von F. Scott Fitzgerald inspiriert und zieht eine Parallele zwischen Mark und Sheryl und Tom und Daisy: „Sie haben Dinge und Kreaturen zerschlagen und sich dann wieder in ihr Geld und ihre große Unachtsamkeit zurückgezogen.“

Reaktionäre Leitfäden für ehrgeizige Männer und Frauen

Eines der Ziele von Zuckerberg war laut dem Autor die geografische Expansion der Facebook-Nutzer in Asien. Er soll Xi Jinping umworben haben und ging sogar so weit, dem chinesischen Präsidenten zu versprechen, dass die Moderation der Inhalte geändert würde, um Chinas Kontrollpolitik zu entsprechen. Seine Unachtsamkeit zeigte sich auch in anderen Fällen, beispielsweise während der Myanmar-Krise 2017 gegen die Rohingya-Minderheit. Offiziellen Dokumenten zufolge trug die in den USA ansässige Plattform zur Anstiftung zu ethnischer Gewalt bei und förderte aktiv Hassreden.

Wynn-Williams erinnert sich, wie sich ihre Kollegen über die Schreie ihres Neugeborenen bei Arbeitsgesprächen geärgert haben. Sheryl Sandberg riet ihr einmal: „Sei schlau und stelle ein philippinisches Kindermädchen ein.“ Sandberg, berühmt für ihr Manifestbuch Lean In, soll „einen reaktionären Leitfaden für ehrgeizige Frauen“ geschrieben haben.

Technologie, Gender und Manipulation

In Bezug auf die Beziehung zwischen Technologie und Geschlecht enthüllt Wynn-Williams, dass Facebook die Profile von Teenagern überwachte, um ihnen in Momenten emotionaler Verwundbarkeit Schönheitsprodukte zu verkaufen — zum Beispiel, wenn sie ihre Selfies löschten. Meta versuchte Wynn-Williams zum Schweigen zu bringen und wandte sich sogar an Journalisten, um zu erfahren, ob sie vor seiner Veröffentlichung von dem Buch gehört hatten. Derzeit wurde der Autorin die Werbung für ihr Buch untersagt, da Meta ein Schiedsverfahren gewann, das den Vertrieb verhinderte. Trotzdem hat das Buch die Verkaufscharts in den Vereinigten Staaten angeführt.

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