Weiblichkeit, nicht Feminismus Wenn Antifeminismus auf TikTok zum Geschäft wird

Neulich, auf dem Marsch, der hier in Bologna zum Internationalen Tag der Frauenrechte stattfand, waren viele Menschen anwesend — Jugendliche, ältere Menschen mit Spazierstöcken, Kinder im Kinderwagen oder kräftig auf den Schultern getragen, und zahlreiche Schilder. Auf einem dieser Schilder steht: „Feminismus ist kein schlechtes Wort.“ Offenbar wird Feminismus, wie ich in der fragmentierten Welt von TikTok bemerkt habe, als schlechtes Wort angesehen: als Begriff, als Bewegung, von der man sich fernhalten sollte. Wenn man instinktiv über das Konzept des Antifeminismus nachdenkt, kommen einem die Online-Räume in den Sinn, die von selbsternannten Incels dominiert werden — wie das „Forum dei brutti“, in dem Frauen als np (Nichtpersonen) bezeichnet werden — oder Subthreads auf internationaleren Plattformen wie Reddit und 4Chan. Überraschenderweise findet der Antifeminismus gerade auf Social-Media-Plattformen wie TikTok einen fruchtbaren Boden, um zu gedeihen, dank seiner intrinsischen Fähigkeiten (das One-to-Many-Sharing-Modell, die unmittelbare Reproduzierbarkeit von Trends und eine fast nicht existierende zwischenmenschliche Verbindung zwischen den Nutzern).

@gwenthemilkmaid love this sound #femininenotfeminist #wearethehomemakers #gardengirl #beginnerhomesteader original sound - Faithphilli

Hausfrauen, Algorithmen und Antifeminismus

Auf TikTok ist Antifeminismus zu einer Marke geworden, die durch Hashtags wie #SAHM (Stay At Home Mother, mit fast 6 Millionen Videos), #MomsOfTikTok, #tradwives, #FemininityNotFeminism und #homemaker gekennzeichnet ist. Frauen werben für ihren traditionellen Lebensstil als Alternative zur ehrgeizigen, aber potenziell gestressten und ausgebeuteten #girlboss -Kultur: „Während die feministische Frau darum kämpft, sich gestärkt zu fühlen, ist es die weibliche Frau einfach. Sie muss nicht konkurrieren oder nach Anerkennung schreien, weil sie weiß, dass ihr Wert nicht daran gebunden ist „, sagt Jasmine Darke, die es zu ihrer Marke gemacht hat, indem sie voneinander unabhängige Konzepte kombiniert und einen Hauch von Antikapitalismus hinzugefügt hat.

@jasminediniss

While the feminist woman fights to feel empowered, the feminine woman simply is. She doesn’t need to compete or shout for recognition because she knows her worth isn’t tied to that. It’s in the way she cares for her family, builds a life full of purpose, and finds peace in her role. Real empowerment isn’t about proving anything, it’s about living in alignment with who God made you to be. There’s strength in embracing that, and it brings a sense of freedom that no amount of outside validation can offer

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Das Patriarchat neu erfinden

Das Narrativ, dass zeitgenössische Feminismen die Weiblichkeit bedrohen, wird noch verstärkt durch die Verherrlichung einer idealisierten Weiblichkeit, die mit Blumendrucken, weißen Kleidern und sauber gebundenem blondem Haar einhergeht (ein Propagandastil, der uns in eine Art Ästhetik 2.0 der 1940er Jahre zurückversetzt, außer dass wir jetzt auf TikTok sind). Antifeministische Influencer tarnen ihre Rolle als Ersteller politischer Inhalte und präsentieren sich stattdessen als Kleinunternehmer oder Lifestyle-Influencer. Gleichzeitig nutzen sie die Dynamik der sozialen Medien, um ideologische Positionen zu verbreiten, indem sie Geschichten erzählen, die mit persönlichen Anekdoten, Testimonials und vermeintlich objektiven Analysen gefüllt sind — präsentiert mit der für soziale Medien typischen offensichtlichen Spontanität — und besetzen dabei scheinbar harmlose digitale Räume.

@jasminediniss

There’s something so natural, so deeply fulfilling about staying home, raising babies, and making nourishing food from scratch. It’s a rhythm that feels right, like stepping into the life I was always meant to live. The world might not celebrate it, but I don’t need its approval

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In einer zunehmend dunklen Landschaft, insbesondere in den Vereinigten Staaten, wo fortschrittliche Werte — zusammen mit Worten — verboten werden, infiltrieren sich diese Figuren auf subtile Weise und bauen ein alternatives Ökosystem auf. Es ist wichtig zu fragen: Wie weit weicht diese Behauptung der rechten Ideologie von der Norm ab, und wie lange wird sie sich noch beunruhigend anfühlen?

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