
Steigende Temperaturen sind ein geschlechtsspezifisches Problem Hitze wirkt sich nicht auf alle Körper auf die gleiche Weise aus
Wir sind es gewohnt, Sommer und Hitze als ein Phänomen zu betrachten, das alle auf die gleiche Weise betrifft. In Wirklichkeit wirkt sich Hitze nicht auf alle Körper auf die gleiche Weise aus, und selbst die Klimakrise hat tatsächlich eine geschlechtsspezifische Dimension. Der Grund? Männer und Frauen leben oft in unterschiedlichen Räumen, Berufen und Verantwortlichkeiten, und diese sozialen Unterschiede bedeuten, dass die Auswirkungen von Hitzewellen ungleichmäßig verteilt sind.
In der Hitze sind nicht alle Körper gleich
Aus biologischer Sicht gibt es einige Unterschiede in der Reaktion des Körpers auf hohe Temperaturen. Die Thermoregulation, d. h. die Fähigkeit des Körpers, seine innere Temperatur stabil zu halten, kann je nach Körperzusammensetzung, Hormonen, Alter und physiologischen Bedingungen variieren. In bestimmten Lebensphasen, wie Schwangerschaft und Wechseljahren, kann der weibliche Körper besonders anfällig für hohe Temperaturen sein. Eine Schwangerschaft beinhaltet beispielsweise kardiovaskuläre und metabolische Veränderungen, die es schwieriger machen können, starke Hitze zu tolerieren. Wissenschaftliche Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber extremen Temperaturen und höheren Risiken für die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen aufgezeigt. Aber es wäre untertrieben, alles allein durch die Biologie zu erklären. Der eigentliche Punkt ist, dass Hitze zu einem Geschlechterproblem wird, insbesondere weil wir in einer Gesellschaft leben, in der Rollen, Chancen und wirtschaftliche Bedingungen nicht gleichmäßig verteilt sind.
Mehr exponierte und weniger geschützte Arbeitsplätze
Hitzewellen betreffen insbesondere diejenigen, die im Freien oder in Umgebungen ohne angemessene Kühlsysteme arbeiten. Landwirtschaft, Körperpflege, Reinigung, häusliche Pflege und Saisonarbeit sind Sektoren, in denen Frauen stark vertreten sind. Viele Frauen leisten auch unbezahlte Pflegearbeit: Die Betreuung von Kindern, älteren Menschen oder fragilen Menschen auch in der Familie bedeutet, in den heißesten Stunden mehr Zeit zu Hause zu verbringen und dabei eine größere körperliche und geistige Belastung zu haben. Die Hitze ist also nicht nur eine Frage der Temperatur: Es geht darum, wer die Möglichkeit hat, sich zu schützen. Diejenigen, die sich eine Klimaanlage leisten können oder in den Urlaub fahren können, haben andere Geräte als diejenigen, die in überfüllten Häusern leben, unter prekären Bedingungen arbeiten oder ihren Zeitplan nicht selbst wählen können.
Die Hitze erhöht die Ungleichheiten
Die Klimakrise ist nicht neutral, da Menschen mit den geringsten wirtschaftlichen Ressourcen oft am meisten unter den Auswirkungen extremer Temperaturen leiden. Leider sind viele Frauen heute aufgrund niedrigerer Gehälter, prekärer Arbeitsverhältnisse und der oben genannten Pflegeverantwortung häufiger wirtschaftlich gefährdet. Städte spiegeln diese Ungleichheiten auch wider: Stadtteile mit weniger Grün, mehr Beton und weniger Dienstleistungen werden zu echten Hitzeinseln. Hitze als Geschlechterproblem oder auch einfach als Querschnittsproblem zu betrachten, bedeutet also zu fragen: Wer kann sich wirklich schützen? Wer kann aufhören? Wer kann wählen? Kurz gesagt, der Klimawandel hat, wie viele andere Ungleichheiten, auch ein Geschlecht.


















































