
Libraccio bringt Bibliotherapie in Buchhandlungen Eine Gelegenheit, die Heilkraft von Büchern zu entdecken
Es gibt Tage, an denen eine Geschichte mehr als tausend Worte tröstet. Eine im richtigen Moment gelesene Seite wird zur Zuflucht, zum Kompass, manchmal sogar zur Heilung. Aus diesem Bewusstsein heraus entsteht die Bibliotherapie: die Praxis, das Lesen in einen Akt des geistigen Wohlbefindens zu verwandeln. Und jetzt hat Libraccio beschlossen, diese Erfahrung in Zusammenarbeit mit dem InterApia Cognitive-Behavioral Psychotherapy Center in Mailand in seine Regale zu bringen. Es ist eine neue Art, den Buchladen zu bewohnen, nicht mehr nur ein Ort der Kultur, sondern ein Raum, in dem Worte zu Instrumenten des Zuhörens, der Emotionen und der Wiedergeburt werden.
Lesen, um wieder zu sich selbst zu finden: Was ist Bibliotherapie und wofür ist sie gedacht?
Die Bibliotherapie geht von einer einfachen Idee aus: Jedes Buch kann uns helfen, etwas über uns selbst zu verstehen. Es muss kein Selbsthilfehandbuch oder ein psychologischer Aufsatz sein, nur eine Geschichte, die zur richtigen Zeit ins Herz spricht. Überall auf der Welt, von den Vereinigten Staaten bis Großbritannien, entdecken immer mehr Menschen, wie therapeutisches Lesen den Geist aufhellen und neue Perspektiven eröffnen kann. In Italien wird diese Energie von Libraccio aufgegriffen, der historischen Buchhandelskette, die seit über vierzig Jahren eine zugängliche, gemeinsame und lebendige Kultur fördert. Mit dem Projekt Punto e a capo: Lesegruppe und Bibliotherapie, zwischen Emotionen und Geschichten, lanciert Libraccio eine Reihe von Treffen, die die Freude am Lesen mit der Sorge um sich selbst verbinden. Nicht mehr nur traditionelle Buchclubs, sondern von Fachleuten geleitete Sessions, in denen der Roman zu einer inneren und kollektiven Reise wird.
Das Buch als Ort für die Seele
„Für uns ist die Buchhandlung mehr als ein Geschäft“, erklärt Carlotta Sanzogni, Head of Social & PR bei Libraccio. „Es ist ein Ort, an dem wir authentische Beziehungen zu denen aufbauen, die gerne lesen. Bibliotherapie ist die natürliche Weiterentwicklung dieser Verbundenheit: eine Möglichkeit, Menschen zuzuhören, die in Büchern eine Form der Unterstützung und persönlichen Entdeckung suchen.“ Denn, fügt sie hinzu, „regelmäßige Leser wissen es bereits, Bücher können uns retten, jeder auf seine Weise. Wir wollen einen Raum für diejenigen bieten, die sich von einem Experten beraten lassen möchten, aber auch für diejenigen, die sich nicht als Leser bezeichnen würden und sich dennoch danach sehnen, Trost auf den Seiten zu finden.“ Schließlich ist das Betreten einer Buchhandlung ein bisschen so, als würde man in sich selbst hineintreten. Jedes Regal ist eine Möglichkeit, jedes Buch ein kleiner Heilungsakt.
Der Mailänder Zeitplan
Das erste Libraccio-Bibliotherapie-Treffen findet am 19. November um 18 Uhr in der Buchhandlung Via Bernardino Lanino 8 in Mailand statt und zeigt Gli antropologi (Die Anthropologen) von Ayşegül Savaş (Feltrinelli Gramma). Die Sitzung wird von Dr. Gianluca Frazzoni, Leiter des InterApia-Zentrums, geleitet. Wer teilnehmen möchte, kann sich direkt bei den Buchhändlern am Standort Via Lanino, dem Ausgangspunkt der Initiative, registrieren. Das Projekt wird 2026 fortgesetzt und auf Monza und Saronno ausgedehnt.
Hier ist der Mailänder Kalender:
- 19. November — Gli antropologi, von Ayşegül Savaş (Feltrinelli Gramma) — mit Dr. Gianluca Frazzoni
- 14. Januar — Vengo io da te, von Rebecca Kaufman (Sur) — mit Dr. Jessica Capellini
- 21. Februar — La figlia di lui, von Chiara Marchelli (Feltrinelli) — mit Dr. Giulia Campanale
- 21. März — Sorgenti, von Marie-Hélène Lafon (Fazi) — mit Dr. Frazzoni
Die Rolle des Therapeuten im Projekt
„Lesen kann Geist und Intellekt zutiefst nähren“, erklärt Dr. Frazzoni. „Es regt Neugier und Fantasie an und bietet jedem Menschen einen sicheren inneren Raum. Wie Proust sagte: „Jeder Leser liest, wenn er liest, sich selbst“, und genau das ist das Prinzip, das der Bibliotherapie zugrunde liegt.“ Der Arzt betont, wie wichtig die Anwesenheit eines Psychotherapeuten für das Projekt Punto e a capo ist: „Der Therapeut hilft den Teilnehmern, die psychologischen Aspekte der Werke zu erkennen und verwandelt das Geschichtenerzählen in einen sicheren Raum, in dem Emotionen erkannt und überarbeitet werden können.“ Während jeder Sitzung sind die Teilnehmer eingeladen, Gedanken und Empfindungen auszutauschen, die von den Lesungen inspiriert wurden. Es geht nicht nur darum, über ein Buch zu diskutieren, es geht darum, bewegt zu werden von dem, was es weckt, etwas mehr über sich selbst und seine Art zu fühlen. Auf diese Weise wird die Bibliotherapie zu einer Brücke zwischen Wort und Psyche. Die Geschichte, die wir lesen, gehört nicht mehr nur jemand anderem, sie wird zu einem Fragment unserer eigenen. Jedes Treffen wird zu einem kleinen emotionalen Workshop, eine Gelegenheit, gemeinsam mit anderen Lesern auf demselben Weg die transformative Kraft von Büchern zu erkunden.














































