Warum sind alle auf TikTok von „Klassikern“ besessen? Social-Media-Plattformen entscheiden sich dafür, die Zukunft zu gestalten, indem sie die Vergangenheit erneut aufgreifen

Sind Sie während Ihrer akademischen Reise jemals auf einen Absatz mit dem Titel „Humanismus und die Renaissance: Die Wiederentdeckung der Klassiker“ gestoßen? Wir wetten, die Antwort ist positiv, aber warum diese Frage stellen? So wie es die Gelehrten des 15. Jahrhunderts nach den „dunklen Jahrhunderten“ des Mittelalters getan haben, befinden wir uns heute in einer Art Wiederentdeckung der „Klassiker“, aber die Zeiten haben sich nicht einfach umgekehrt. Es ist also notwendig, die Vergangenheit in eine moderne Dimension zu transportieren, die aus Netzwerken, Verbindungen und virtuellen Identitäten besteht. Macht das Sinn, finden Sie nicht?

In den letzten Tagen ist das Keyword „Klassiker“ in den sozialen Medien mit zahlreichen Inhalten und Hashtags tatsächlich im Trend. Denken Sie nur an den Bericht von Edoardo Prati, einem jungen Mann, der in nur wenigen Monaten über 200.000 Anhänger gewonnen hat und ausschließlich über seine Leidenschaft spricht: die klassische Literatur. Auch das Profil von Luca Cena, einem Sammler, der, wie es in seiner Biographie heißt, „seltene Bücher verkauft, kauft und erzählt“, hat mit seinem Engagement für antike Bücher über 80.000 Anhänger erreicht. Dies sind nur einige der Namen, die wir heutzutage oft im Internet sehen, aber die Geburt von „BookTok“ und vielen anderen Formaten sind bereits ein Sinnbild für den Wandel, den wir erleben.

Was ist heute mit „Klassikern“ gemeint

@senaarchives There are many definitions of a classic, but these are the main ideas :) 1- It must address the human condition. 2- It must have created profound shifts in perspective for all its readers, so every time you read a classic you gain something new. 3- It has to have influenced many other important works, like Dracula by Bram Stoker being the springboard for so many adaptations. 4- Generations of expert critics and readers must have regarded it highly, so it stands the test of time. 5- The classic is usually difficult to understand, but when understood rewards its readers immensely.

Die Hybridisierung zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist jedoch nicht so einfach, wie es scheint, und manchmal besteht die Gefahr der Verwirrung, insbesondere wenn es darum geht, die richtige Terminologie zu verwenden. Deshalb haben wir uns gefragt, was eigentlich mit „Klassikern“ gemeint ist und wie dieses Konzept heute in den sozialen Medien übersetzt wird. Um die Frage zu beantworten, müssen wir zunächst mit einer Standarddefinition beginnen. „Klassische Bücher beziehen sich auf literarische Werke, die es geschafft haben, die Zeitbarriere zu überwinden und über Generationen hinweg gelesen zu werden. Dies sind Meisterwerke mit großer Resonanz und oft bekannt, wie Jane Austens Stolz und Vorurteil oder Tolstois Krieg und Frieden, da sie nicht nur das Gefühl einer Ära verkörpern, sondern auch die Werte und Dynamiken der Menschen als solche widerspiegeln. „: Diese Worte hat die Expertin Gaia Lapasini gewählt, um uns einen ersten Einblick in das „klassische“ Konzept zu geben.

@gaialapasini Libri classici da leggere #booktok #libridaleggere #bookwarm #lettoriditiktok #booktokitalia suono originale - gaialapasini

Es gibt viele Arten, über Klassiker zu sprechen; im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde das Adjektiv „classicus“ verwendet, um sich auf einen herausragenden Autor zu beziehen, eine Konnotation, die in der zeitgenössischen Sprache fortbesteht und oft mit der riesigen antiken Kultur, sowohl dem Griechischen als auch dem Lateinischen, in Verbindung gebracht wird und auf Werke von Wert und bleibender Relevanz hinweist. Andererseits umfasst der Begriff heute alles, was zwar zur Gegenwart gehört, aber in einer relativ jüngeren Vergangenheit wurzelt oder weiterhin einen erheblichen Einfluss auf die öffentliche und kommerzielle Szene ausübt. Dazu können aktuelle Filme, musikalische Erfolge von gestern und Stücke gehören, die weiterhin die Charts dominieren. Oder sogar: ikonische Fernsehsendungen und Werbespots, Mode- und Kochstile, die den Test der Zeit bestehen. Mit seiner allgegenwärtigen Präsenz nimmt der Begriff „klassisch“ oft eine Bedeutung an, die der übertriebenen Bedeutung der Begriffe „mythisch“ oder „ikonisch“ nahe kommt.

Der „Klassiker“ in der digitalen Landschaft

@camilla.fracasso

A voi chiedono formule a me Soldati di Ungaretti e mi va bene cosí…

son original - .

„Die Besonderheit von Klassikern ist daher die Fähigkeit, den Geist derer, die sie lesen, gleichzeitig zu unterhalten und zu bereichern. Dank der sozialen Medien ist es möglich, ausgehend von diesen Arbeiten Vergleiche und Debatten anzuregen. Ein Beispiel ist die Lesegruppe von Ilenia Zodiaco, die mit der Absicht gegründet wurde, die sogenannten Russian Bricks zu lesen und dann zu den Hauptwerken anderer Nationalitäten überzugehen. „So lädt uns Gaia Lapasini ein, über diese „Kombination“ nachzudenken. Die Digitalisierung hat nicht nur den Genuss von Klassikern erleichtert, sondern auch zur Bildung ganzer Lesergemeinschaften geführt und den Begriff „Bildung“ auf das Lesen ausgeweitet, und die oben genannten Profile sind ein klarer Beweis dafür. Warum faszinieren uns diese Arbeiten immer noch so? Gaia hat keine Zweifel und Antworten wie diese: „Weil sie universelle Gefühle und Emotionen zusammenfassen, unser Gepäck an kulturellen Referenzen erweitern und uns helfen, vergangene Epochen zu entdecken. Klassiker zu lesen bedeutet auch zu wissen, woher wir kommen, was vor uns war, und das durch eine starke emotionale Verbindung und vor allem durch eine wunderschöne Geschichte.“ Schließlich sagte Ralph Waldo Emerson: „Klassiker sind niemals veraltet; sie sind das, was wir brauchen, um unsere Gegenwart zu verstehen und uns auf unsere Zukunft vorzubereiten.“ Was denkst du? Haben Sie dank der sozialen Medien wieder Klassiker gelesen, wie es in letzter Zeit vielen Nutzern passiert?

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