In Japan wurden in den neunziger Jahren Magazine gegründet, die sich ausschließlich der Nagelkunst widmeten Ein wahr gewordener Traum oder einfach nur Nostalgie?

Woher nimmst du deine Inspiration für deine Nägel? Was bringst du deinem vertrauenswürdigen Nagelkünstler mit? Stellen wir uns Fotos vor, Videos und Moodboards, Bilder verschiedener Art. Was inspiriert dich? Videos, Instagram-Posts, Freunde, Comics und Zeichnungen, Graffiti, Filme, Fernsehsendungen, Musikvideos, berühmte Personen, Nagelkünstler in Übersee. Stellen Sie sich vor, Sie gehen an die Kioske, kaufen eine Zeitung und finden nur Inspiration für unsere nächsten Nägel. Farben, Muster, Formen, Kombinationen: alles. Ein Traum oder einfach nur Nostalgie für das Analoge?

Japanische Nagelmagazine zwischen Ende der 90er und Anfang der 2000er

Ende der 90er Jahre war all dies in Japan Realität. Tatsächlich gab es mehrere Magazine, die sich ausschließlich der Nagelkunst widmeten. Ohne Schönheit, ohne Mode: nur Nägel. Einer der bekanntesten war Nail Max. Wir haben ein bisschen auf TikTok recherchiert, wo uns verschiedene YouTuber (aber vor allem Anitanaoko) sie zeigen. Seiten und Seiten der Nagelkunst. Nicht nur ein Vorhang, sondern eine Galaxie aus Gelen, Nageldruckern, Accessoires und Kombinationen.

@anitanaoko By the late 1990s, Japan's nail industry had grown large enough to support magazines dedicated entirely to nail art. Not beauty magazines with a few nail pages. Entire publications focused on techniques, competitions, salon culture, products, and emerging trends. These pages come from Nail MAX, one of several nail magazines published during this period. Looking through them today, it's striking how much of what people consider modern nail art was already being practiced: sculpted acrylics, airbrushing, rhinestone placement, hand-painted designs, and increasingly elaborate 3D work. At the same time, it's important to recognize that decorative acrylic nail culture did not develop in isolation. Black American women had been pushing nails beyond simple beauty treatments for decades, transforming them into a form of personal expression and creative identity long before nail art became mainstream. The influence of Black American fashion, music, and beauty culture would reach Japan through many of the same channels that shaped youth movements like gyaru. What makes Japan's nail culture so fascinating is what happened next. Rather than remaining a trend, nail art developed into its own ecosystem. Dedicated magazines, competitions, certification programs, nail schools, specialist salons, and professional artists all emerged around the craft. Nail MAX wasn't documenting the beginning of a movement. It was documenting a culture that was already mature enough to sustain an entire industry around nails alone. #tokyofashionarchives #gyaru #90sfashionjapan #japanesenailart #japanesefashion original sound - Anita Naoko • Tokyo fashion

Die Nageltrends, die zurück sind (oder vielleicht nie verschwunden sind)

Viele der Trends, die wir heute untersuchen, existierten tatsächlich schon damals, in diesem Meer einzigartiger Inspirationen, die von einem anderen Planeten zu kommen scheinen, sich aber gleichzeitig in die Zukunft zu projizieren schienen. Denken Sie nur an dreidimensionale Kreationen und Zeichnungen, die mit einer Airbrush gemacht wurden. In Wirklichkeit hat die Geschichte dieser verzierten Nägel jedoch, wie Anita Naoko gerne darauf hinweisen möchte, noch ältere Ursprünge.

Der Ursprung der Nagelkunst laut Anita Naoko auf TikTok

Laut der Erstellerin der Inhalte hatten afroamerikanische Frauen ihre Nägel lange bevor Nail Art im Rest der Welt zum Mainstream wurde, in eine kraftvolle Form des persönlichen Ausdrucks verwandelt. Von Danielle Lunas ikonischen geformten Acrylnägeln, die in den Sechzigern auf dem Cover der Vogue zu sehen waren, bis hin zu den aufwändigen Maniküren, die von Künstlern wie Lil' Kim und Missy Elliott gezeigt wurden, definierte die Nagelkultur die Grenzen der Schönheit bereits weit über den Salon hinaus neu. Und Japan schaute genau zu. Viele der globalen Einflüsse, die die Ghetto-Kultur mitgeprägt haben, haben auch die japanische Schönheitskultur beeinflusst. Diese hat diese Vorschläge aufgegriffen und beschlossen, ein ganzes Ökosystem rund um Nägel aufzubauen, das aus Zeitschriften, Wettbewerben, Fachschulen, speziellen Salons und beruflichen Karrieren besteht. Ende der neunziger Jahre war die Nagelkunst in Japan inzwischen zu einer eigenständigen Disziplin geworden. Zeitschriften wie Nail Max, Nail Venus und Nail Up gab es, weil es genug Enthusiasten gab, um die Seiten Monat für Monat zu füllen.

Jetzt haben sich die Dinge geändert. Trotz eines offensichtlichen Strebens nach Analogem und Papier stammen unsere Ideen tatsächlich aus sozialen Netzwerken, und das ist schwer zu leugnen. Von TikTok, von Instagram, von den Visagisten, die wir im Discover-Bereich finden. Alles geht schnell vorbei. Die einzige Möglichkeit, die Reize zu stoppen, besteht darin, sie für später aufzubewahren. Wie viel Spaß würde es stattdessen machen, mit einer Zeitung unterm Arm zu einem Termin mit unserem vertrauenswürdigen Nagelkünstler zu erscheinen und etwas Zeit zum gemeinsamen Stöbern?

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