Das neue Ziel von K-beauty ist Inklusivität Jetzt, da es sich um ein globales Phänomen handelt, muss sich K-Beauty an die Bedürfnisse neuer Verbraucher anpassen

2017 brachte Fenty Beauty by Rihanna 40 Foundation-Töne auf den Markt und legte damit die Messlatte für Vielfalt und Inklusivität in der Beauty-Branche höher. Dieser Schritt bewies, dass diese beiden Elemente für den langfristigen Erfolg auf dem hart umkämpften Schönheitsmarkt entscheidend sind. Inklusive Schönheit kann zu höheren Umsätzen führen (Pro Filt'r generierte im ersten Monat einen Medienwert von 72 Millionen US-Dollar), das Markenimage verbessern und die Kundenbeziehungen stärken, indem sie den Menschen das Gefühl geben, repräsentiert und geschätzt zu werden. Westliche Marken haben diese Lektion schnell angenommen — schauen Sie sich nur Rare Beauty und Haus Labs an, die eine breite Palette von Farbtönen anbieten. Jetzt stehen sogar K-Beauty-Marken vor der gleichen Herausforderung.

Die globale Expansion von K-Beauty und der Ruf nach Inklusivität

K-Beauty ist eine riesige Branche, die bis 2029 voraussichtlich auf 9,05 Milliarden US-Dollar anwachsen wird. Ihr Erfolg geht weit über Südkorea hinaus und hat mit Innovationen wie Glashaut, Kissengrundierungen und doppelter Reinigung die globalen Schönheitstrends beeinflusst. Allein im Jahr 2023 wurden die K-Beauty-Exporte auf 7,65 Milliarden US-Dollar geschätzt. Mit dem Wachstum gehen jedoch auch Herausforderungen einher. Die größte Nachfrage internationaler Verbraucher ist eine breitere Farbpalette für Foundations, Concealer, BB-Cremes und andere Hautpflegeprodukte. Für südkoreanische Marken, die ursprünglich einen ethnisch homogenen Markt belieferten, ist dies eine neue Veränderung. Um ihre Reichweite wirklich zu erweitern, müssen sie Hautpflege und Kosmetik für dunklere Hauttöne entwickeln, anstatt ihr Angebot auf helle, hautfreundliche Farben zu beschränken.

Der Fall TIRTIR: Ein Modell für inklusiven Wandel

Soziale Medien spielen eine entscheidende Rolle dabei, Beauty-Marken zur Rechenschaft zu ziehen. Influencer und alltägliche Nutzer bewerten und kritisieren Produkte, und wie Marken darauf reagieren, kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Ein herausragendes Beispiel ist TIRTIR, eine K-Beauty-Marke, die zuhörte und sich anpasste, was weder oberflächlich war noch in performative Inklusivität verfiel, wie es vor einiger Zeit bei Youthforia der Fall war. Als die Beauty-Designerin Miss Darcei sich viral verbreitete, weil sie das limitierte Foundation-Sortiment der Marke mit nur neun hellen Farbtönen kritisiert hatte, ergriff TIRTIR Maßnahmen. Sie haben das Mask Fit Red Cushion in 40 Farben auf den Markt gebracht und sind damit eine der wenigen K-Beauty-Marken mit einer inklusiven Kissengrundlinie. Dieser mutige Schritt trieb ihre Verkäufe in die Höhe und brachte sie an die Spitze der Beauty-Kategorie von Amazon. Ihr Umsatz stieg von 9,2 Millionen $ im Jahr 2018 auf 171,9 Millionen $ im Jahr 2023. Miss Darcei, einst Kritikerin, ist heute Markenbotschafterin und beweist, dass sich echte Inklusivität auszahlt. Allerdings sind nicht alle Marken bereit — oder in der Lage —, wichtige Änderungen vorzunehmen und gleichzeitig die Qualitätsstandards aufrechtzuerhalten.

Die Zukunft von K-Beauty: Passen Sie sich an oder fallen Sie zurück

Der Fall TIRTIR beweist, dass das Hören auf das Feedback der Verbraucher sowohl Marken als auch Kunden zugute kommt. Aber wie können Unternehmen ein Höchstmaß an Kundenzufriedenheit und Inklusivität erreichen? Für kleinere Marken kann diese Herausforderung aufgrund der hohen Produktionskosten schwierig — oder sogar finanziell nicht tragbar — sein. Also, was ist der beste Ansatz für andere? Mona Lisa Hanson, CMO von Seoul Cosmetic Surgery, und Fama Ndiaye, CEO von AGASKIN, den Machern der K-Beauty Cares For You-Kampagne, betonen, dass K-Beauty nicht mehr nur ein koreanischer Trend ist, sondern eine globale Bewegung. Mit Millionen treuer Kunden außerhalb Koreas müssen Marken sicherstellen, dass sich unterrepräsentierte Gemeinschaften gehört und geschätzt fühlen. Das bedeutet, in jeder Entwicklungsphase mit unterschiedlichen Talenten — von Produktforschern bis hin zu kreativen Teams und Models — zusammenzuarbeiten, von der Forschung und Entwicklung bis hin zu Beauty-Kampagnen und Marketingstrategien.

Die zweite Welle von K-Beauty: Erweiterung über die Hautpflege hinaus

Hanson und Ndiaye stehen zusammen mit Marken wie Yepo Beauty, Jayjun und AmorePacific an der Spitze dessen, was Sarah Chung Park, Gründerin von Landing International, die zweite Welle von K-Beauty nennt. „Die erste Welle von K-Beauty konzentrierte sich hauptsächlich auf Hautpflege, während sich die zweite Welle auf Make-up, Haarpflege, Körperpflege und Düfte ausgeweitet hat“, sagt Chung Park. „Ein wesentlicher Unterschied ist die steigende Nachfrage verschiedener Verbraucher auf TikTok nach K-Beauty-Produkten aller Ethnien und Hauttöne.“ Dieser Wandel hat zu einer neuen Kategorie von Hautpflege- und Make-up-Hybriden geführt, wie z. B. mit Hyaluronsäure angereicherte Grundierungen und Concealer mit aufhellenden Wirkstoffen wie Niacinamid.

Die Zukunft von K-Beauty: Innovation trifft Inklusivität

Um ihren ursprünglichen Reiz, der auf sorgfältigen Hautpflegeroutinen, innovativen Produkten und natürlichen Inhaltsstoffen beruht, aufrechtzuerhalten, müssen sich koreanische Beauty-Marken an ein größeres, vielfältigeres globales Publikum anpassen. Sie müssen reagieren und dennoch bewusst handeln, denn, wie Hanson und Ndiaye betonen, sind echte Bemühungen um Chancengleichheit und Inklusivität nicht nur Geschäftschancen — sie tragen dazu bei, eine authentische Repräsentation zu fördern und systemische Vorurteile abzubauen.

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