
Warum wird Rom von fuchsiafarbenen Geldbörsen überrannt? Guerilla-Marketing von IED-Studenten in Rom gegen die Pink Tax
In den letzten Tagen waren vier Plätze in Rom mit verlassenen rosa Geldbörsen gefüllt. Auf den Bürgersteigen der Piazza di Spagna, zwischen dem Kopfsteinpflaster der Piazza Navona, in der Nähe der Bänke der Piazza Bologna und in den belebten Ecken der Piazza Testaccio: ein paar Gegenstände auf dem Boden, keine Schilder, keine Erklärung. Drinnen gab es keine echten Banknoten. Oder vielleicht waren sie es. Seltsame pinke Rechnungen im Wert von 8,70€ — und doch so real wie das Problem, das sie hervorheben: Frauen zahlen bis zu 13% mehr als Männer für exakt dieselben Produkte. Shampoo, Rasierer, Deodorants. Kein Luxus. Das alltägliche Leben. Es ist das Werk einer Gruppe von Studierenden des IED Rome, einer Guerilla-Marketingkampagne mit starker visueller und symbolischer Wirkung, die darauf abzielt, die wirtschaftliche Ungerechtigkeit, mit der Frauen konfrontiert sind, zu beleuchten. Denn während wir zu Recht über die Tamponsteuer, das geschlechtsspezifische Lohngefälle und all die tausend anderen Ungleichheiten diskutieren, die noch gelöst werden müssen, gibt es eine, die im Stillen funktioniert, heimtückischer als alle anderen: die Pink Tax.
Was ist die Pink Tax?
Eine Frau zu sein kostet mehr. Und nein, das ist keine Metapher. Sie heißt Pink Tax, eine „unsichtbare Steuer“, die ausschließlich die Geldbörsen von Frauen belastet, indem sie die Preise für Konsumgüter, die für Männer vermarktet werden, in die Höhe treibt. Duschgel, Seife, Spielzeug, Fahrräder, Handtücher: gleiches Design, gleicher Vertrieb, gleiche Marke, gleiche Qualität und Ausstattung — nur die Farbe der Verpackung ändert sich. Und der Preis steigt sprunghaft an. Es ist eine Marketingstrategie, die auf veralteten Geschlechterstereotypen basiert — einer Denkweise aus den 1950er Jahren, in der davon ausgegangen wird, dass Frauen passive Konsumenten sind, die Zeit zu verschwenden und Geld zum Ausgeben haben.
Die Kampagne „Prezzo Donna“
Die Pink Tax ist ein Problem, das Frauen jüngsten Schätzungen zufolge bis zu 1.300€ pro Jahr kosten kann. Es bleibt jedoch weitgehend unausgesprochen. Um eine Veränderung auszulösen, wurde die Prezzo Donna-Kampagne ins Leben gerufen, die von einer Gruppe von Universitätsstudenten entworfen wurde. Ihr Ansatz? Sprich ohne zu schreien. Sie ließen Brieftaschen auf dem Boden liegen, in denen eine Mitgliedskarte für das Fitnessstudio, eine rosafarbene Rechnung über 8,70€, eine Quittung mit unterschiedlichen Preisen für Männer und Frauen sowie ein handgeschriebener Brief von Sara Fabrizi — einer fiktiven Figur, die Sie, Ihre Schwester, Ihre Mutter sein könnte. Sara schreibt: „Wenn du diese Geldbörse gefunden hast, hast du auch meine Geschichte gefunden. Jedes Jahr gebe ich bis zu 1.300€ mehr aus als ein Mann. Nur weil ich eine Frau bin. Jetzt, wo du es weißt, ignoriere es nicht.“
Prezzo Donna geht online weiter: Veränderung beginnt bei Ihnen
Die Brieftaschen enthielten auch eine Visitenkarte aus einem fiktiven Geschäft namens Prezzo Donna und einen QR-Code, der zur Instagram-Seite der Kampagne führte, auf der Sie mehr erfahren können. Die Kampagne wird online fortgesetzt, wo sich die Geschichten vermehren. Eine Geldbörse, die auf dem Boden liegt, kann deinen Tag verändern. Es kann Fragen aufwerfen, das Bewusstsein für die Pink Tax schärfen und zeigen, wie sich selbst in etwas so scheinbar Unbedeutendem wie einem rosafarbenen Rasiermesser die lange Hand des Patriarchats versteckt. Und jetzt, wo du es weißt — was wirst du tun? Informieren Sie sich, teilen Sie Ihre Erfahrungen und werden Sie ein aktiver Teil des Wandels.



















































