Interessieren wir uns immer noch für die Preisverleihungssaison? Zumindest außerhalb der sozialen Medien

Die Golden Globes haben offiziell die Preisverleihungssaison eröffnet — eine Zeit voller Filmpreise, Zeremonien, Kontroversen, roter Teppiche, Traumoutfits und viraler Fehler auf der Bühne. Diese mit Spannung erwartete Zeit für Cineasten und Popkultur-Enthusiasten wird am 3. März 2025 mit der Oscarverleihung, besser bekannt als die Oscars, enden. Jedes Jahr ist diese Reihe von Veranstaltungen — von den Golden Globes bis hin zu den Critics Choice Awards, Grammys, DGA- und PGA Awards, BAFTAs, Spirit und SAG Awards — ein Muss für Fans, Branchenexperten und Twitter-Nutzer, aber eine Frage bleibt offen: Was denkt der Rest der Welt?

Die Kontroversen der Preisverleihungssaison haben bereits begonnen (und sie sind der faszinierendste Teil)

Im Alltag scheinen nur wenige wirklich daran interessiert zu sein, ihren Lieblingsfilm des Jahres von renommierten Jurys gekrönt zu sehen. In der Zwischenzeit gibt es in den sozialen Medien viele Debatten darüber, ob The Brutalist, Conclave, Wicked oder The Substance eine Statuette verdienen — oder ob Sebastian Stan oder Timothée Chalamet Auszeichnungen erhalten sollten. Die Kontroversen sind es jedoch, die wirklich in der breiten Öffentlichkeit ankommen. Derzeit dreht sich die heißeste Debatte in Übersee um den Film Emilia Pérez und den Schauspieler Adrian Brody. Unter der Regie von Jacques Audiard wurde dem Film vorgeworfen, sowohl gegenüber dem mexikanischen Volk als auch gegenüber der Trans-Community unsensibel zu sein. In der Zwischenzeit wurde Brody, der für seine Rolle in The Brutalist gefeiert wurde, dafür kritisiert, dass er angeblich Co-Star Halle Berry ohne Zustimmung geküsst und die umstrittenen Figuren Roman Polanski und Woody Allen standhaft verteidigt hatte.

Die Oscars 2025: Italiens Präsenz und was von den Nominierungen zu erwarten ist

In Italien nimmt das öffentliche Interesse an diesen Veranstaltungen nur zu, wenn lokale Schauspieler, Regisseure oder Filme im Wettbewerb stehen. Nach Paolo Sorrentinos La grande bellezza ist C'è ancora domani unter der Regie von Paola Cortellesi der nächste große Hoffnungsträger. Einige Medien haben den Film zwar als Anwärter auf den besten Film gemeldet — die prestigeträchtigste Kategorie in einer Welt, in der die USA im Mittelpunkt stehen —, aber diese Behauptung ist falsch. Cortellesis Regiedebüt gehört zu den 323 infrage kommenden Titeln, gehört aber nicht zu den 207 Kandidaten für diese Kategorie. Die endgültigen Nominierungen werden am 17. Januar bekannt gegeben. Wenn es kein italienischer Titel oder Schauspieler schafft, wird das öffentliche Interesse wahrscheinlich schwinden und nur in außergewöhnlichen Momenten wie Will Smiths Ohrfeige auf Chris Rock wieder auftauchen.

Soziale Medien, Echo Chambers und die Transformation von Preisverleihungen

Wie das Sanremo Festival zeigt — die einzige italienische Veranstaltung, die auch nur annähernd mit den Oscars vergleichbar ist — haben die sozialen Medien die Preisverleihungen, ihren Fokus und den Diskurs, der sie umgibt, grundlegend verändert. Neben der Jagd nach viralen Momenten, die das Teilen und Kommentieren dominieren, rückten von Nutzern ausgelöste Kontroversen und Memes über Outfits in den Mittelpunkt. Die Filme selbst werden sparsam diskutiert, oft als wären es Fußballspiele, mit stark gespaltenen Fangemeinden. Die Urteile der Akademie waren zwar schon immer politisch und sozial aufgeladen — oft als unfair oder branchengetrieben —, aber die zunehmende Verbreitung von Kritik in den sozialen Medien birgt die Gefahr, dass komplexe Konversationen und nuancierte Analysen verwässert werden, was sowohl dem Publikum als auch dem Kino schadet.

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