Welche Promi-Marken haben die meisten falschen Follower auf Instagram? Zuallererst gibt es die unwahrscheinlichste Marke von allen.

Von Spamm-Chats mit Anfragen, globale Botschafter für Marken ohne Follower zu werden, bis hin zum Kommentieren unter Posts für alle Arten von Käufen und Verkäufen ist Instagram, wie wir wissen, zu einem Nährboden für Bots und Fake-Profile geworden. Es ist auch bekannt, dass eine der geheimen Taktiken des digitalen Marketings darin besteht, Follower-Pakete zu kaufen, um die Glaubwürdigkeit und Autorität einer Marke zu stärken. In einem neuen Bericht der globalen Agentur Socially Powerful wurde analysiert, welche von Prominenten gegründeten Marken den höchsten Prozentsatz an gefälschten Followern haben (die sich jetzt wie ein Lauffeuer verbreiten). Es ist oft leicht zu erkennen, dass Profile mit Millionen von Followern kaum tatsächlich mit ihrer Community interagieren, was Likes, Kommentare oder Shares angeht. Die Wahrheit ist, dass viele dieser Follower, wie in dem Bericht hervorgehoben, „digitale Geister“ sein könnten: inaktive Konten, automatisierte Bots oder, einfacher gesagt, Nutzer, die nur an Followbacks interessiert sind, um ihre eigenen Zahlen zu erhöhen. Die von Socially Powerful durchgeführte Analyse basiert auf einer Liste prominenter Marken, die aus seriösen Quellen ausgewählt und mit dem Modash-Tool untersucht wurden, mit dessen Hilfe verdächtige Follower, Bots und Engagement-Raten identifiziert wurden. Die im März 2025 gesammelten Daten ermöglichten es, den Prozentsatz der gefälschten Follower für jede Marke abzuschätzen und gaben einen klaren Einblick in die Authentizität ihrer Zielgruppe. Die vielleicht überraschendsten Daten stammen von ganz oben auf der Liste: Es scheint, dass The Row das Ranking anführt.

Laut der Analyse bestehen über 32% der Nutzer, die der offiziellen Seite der Marke Olsen-Zwillinge folgen, aus unzuverlässigen oder potenziell gefälschten Profilen. In Zahlen ausgedrückt sprechen wir von Hunderttausenden von Konten, auf die sich die Marke für Marketing oder Vertrieb nicht wirklich verlassen kann. Ein starker Kontrast zum Image von The Row, das als eine der schwer fassbaren Marken im Luxussegment gilt und für seinen anhaltenden Krieg gegen den Gebrauch von Mobiltelefonen während ihrer Shows bekannt ist. Als nächstes folgen alle Marken, die mit dem Kardashian-Clan in Verbindung stehen. An zweiter Stelle, mit einem Prozentsatz von fast 30%, steht Good American von Khloé Kardashian, einem Label, das trotz der Medienpräsenz seines Gründers eine eher schwache Engagement-Rate aufweist (etwa 0,02%). In den Top 5 folgen Poosh von Kourtney Kardashian, SKIMS von Kim Kardashian und Savage X Fenty von Rihanna, alle mit verdächtigen Follower-Prozentsätzen von fast 28% oder mehr. Dies zeigt, dass das Fehlen eines wirklich aktiven Publikums, abgesehen von der anfänglichen visuellen Wirkung (eine sechs- oder siebenstellige Followerzahl), die künstliche Natur dieser Popularität noch offensichtlicher macht. Insbesondere Poosh und Savage X Fenty berichten von sehr niedrigen Engagement-Raten, was ein weiterer Beweis dafür ist, dass „falsche Fans“ keinen echten Dialog mit der Marke auslösen.

Das Problem ist jedoch komplexer, als Marken einfach zu beschuldigen, Follower gekauft zu haben. Manchmal greifen gefälschte Konten und Bots spontan auf virale Profile zu, um Interaktionen zu simulieren und andere Dienste zu bewerben. Für Marken wird die Grenze zwischen echtem Ruhm und verkaufter Beliebtheit immer dünner. Für ein ungeübtes Auge mag eine Million Follower als Zeichen von Autorität und Anerkennung erscheinen, wohingegen bei genauerem Hinsehen erkennen kann, dass die Zahl — mangels eines besseren Begriffs — nur ein Flop ist. Dieser Teufelskreis wirkt sich auf den Ruf einer Marke aus und untergräbt den für Plattformen typischen Social-Proof-Mechanismus, bei dem Erfolg durch Mundpropaganda zwischen echten Nutzern gegeben (oder zumindest suggeriert) wird. Einerseits dient die Anzahl der Follower als Visitenkarte; andererseits bestimmt die Engagement-Rate zusammen mit nutzergenerierten Inhalten die langfristige Glaubwürdigkeit. Ein echter Unterstützer kauft das Produkt, zeigt es seinen Followern und spricht vielleicht darüber, ohne sich von Börsendynamiken oder undurchsichtigen Algorithmen drängen zu lassen. Ein Bot konvertiert stattdessen nicht, erstellt keine Inhalte und erzeugt kein Vertrauen. Im Gegenteil, in neun von zehn Fällen verärgert es potenzielle Kunden und treibt sie von der Markentreue ab. Das im Bericht von Socially Powerful skizzierte Szenario bestätigt einen bekannten Trend: Die sozialen Medien — insbesondere Instagram — befinden sich in einer Phase, in der der scheinbare Erfolg seine Substanz leicht in den Schatten stellen kann. Dies bedeutet nicht, dass Marken mit einem hohen Anteil an gefälschten Followern keine echten Fans oder nennenswerte Umsätze haben. Es deutet vielmehr darauf hin, dass ihr soziales Image, das durch Zehn- oder Hunderttausende leerer Konten aufgeblasen wird, fragiler sein könnte, als es die großen Zahlen vermuten lassen.

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