
Die Wahrheit über Klotho, das sogenannte Langlebigkeitsprotein Es ist unser Lebenselixier oder nicht?
Altern ist unvermeidlich. Für manche ist es ein Segen, ein Synonym für ein langes Leben voller bedeutsamer Erfahrungen. Für viele andere ist es ein Monster, das mit allen Mitteln bekämpft werden muss. Die Realität liegt irgendwo dazwischen. Niemand will Falten, Energie- und Kraftverlust, Gedächtnisstörungen, Knochenbrüchigkeit, Hörverlust und all die anderen altersbedingten Beschwerden. In regelmäßigen Abständen taucht also ein neues Mittel auf, das einen flexiblen, athletischen Körper ohne Krankheiten verspricht. In den letzten Jahren lag der Fokus aller aufstrebenden Benjamin Buttons auf Klotho, einem Protein, von dem angenommen wird, dass es an der Verlangsamung des Alterns beteiligt ist und möglicherweise zu einer insgesamt besseren Gesundheit beiträgt. Ist das wirklich die moderne Version des Jungbrunnens? Einige Studien scheinen darauf hinzudeuten, aber die Wissenschaft muss noch zu einem endgültigen Ergebnis kommen. Mal sehen, was bisher über das sogenannte Langlebigkeitsprotein bekannt ist.
Was ist Klotho
1997 untersuchten Makoto Kuro-o, ein Forscher an der Jichi Medical University, und sein Team Bluthochdruck bei Mäusen, als sie feststellten, dass eine Gruppe von Mäusen schneller alterte und eine kürzere Lebensdauer hatte. Die Ursache für diese schnelle Degeneration war ein Protein — oder genauer gesagt eine Familie von Transmembranproteinen —, das von einem Gen auf Chromosom 13 kodiert und hauptsächlich in Teilen der Niere und einem Netzwerk von Gefäßen im Gehirn, dem sogenannten Plexus choroideus, produziert wird. Es kommt sowohl in membrangebundener als auch in löslicher Form vor. Ein Mangel an diesem Protein wurde mit Nierenproblemen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, neurologischen Problemen wie kognitiven Defiziten und der Alzheimer-Krankheit, Lungen-, Knochen- und Stoffwechselproblemen wie Osteoporose und Diabetes in Verbindung gebracht. Es wird daher angenommen, dass es eine Schlüsselrolle bei der Verlangsamung des Alterns und der Bekämpfung verschiedener altersbedingter Krankheiten spielt. Aus diesem Grund wurde es Klotho genannt, inspiriert von einer der drei Moirai aus der griechischen Mythologie, die den Faden des Lebens spinnt und zusammen mit ihren Schwestern das Schicksal jeder Person bestimmt.
Klotho, die Studien
Nach mehr als zwanzig Jahren, in denen Klothoproteine als das Geheimnis der Langlebigkeit betrachtet wurden, zeigten zwei 2018 in Nature veröffentlichte Studien (eine von einem Forscherteam der Yale University und die andere von der New York University), dass diese Proteine einfach einer Familie von Hormonen namens Fgfs (oder Fibroblasten-Wachstumsfaktoren) helfen, die Stoffwechselprozesse vieler Organe, einschließlich Leber, Nieren und Gehirn, regulieren, ihre Anti-Aging-Wirkung zu vermitteln. Sie entdeckten jedoch, dass das Beta-Klotho-Protein, wenn es an FGF21 bindet, die Insulinsensitivität und den Hormonstoffwechsel stimuliert und zu Gewichtsverlust führt. Dies eröffnet potenzielle Möglichkeiten, Klotho in gezielten Therapien für Krankheiten wie Diabetes, Adipositas und bestimmte Krebsarten zu nutzen. Eine neuere Studie hat gezeigt, dass eine relativ niedrige Klotho-Dosis, die bereits an Mäusen getestet wurde, bei älteren Affen die Fähigkeit hat, die synaptischen und kognitiven Funktionen wie das Gedächtnis zu verbessern. Experten halten dies für ein bedeutendes Ergebnis, da es darauf hindeutet, dass „die Wiederauffüllung von Klotho auch bei alternden Menschen therapeutisch sein könnte“. Andere Forscher vermuten, dass Klotho als eine Art entzündungshemmendes Protein wirkt, das eine Rolle beim Schutz des Gehirns vor entzündlichen neurologischen Erkrankungen und neurodegenerativen Erkrankungen spielen könnte. Schließlich analysierte eine 2023 in Scientific Reports veröffentlichte Studie die Beziehung zwischen Protein und körperlichen Funktionen bei einer Gruppe gesunder Erwachsener, ohne die Korrelation zwischen deren Werten, Muskelstärke und anderen Funktionsindikatoren zu bestätigen. Es bestätigte jedoch, dass die Werte mit zunehmendem Alter abnehmen, und zwar bereits ab dem 50. Lebensjahr, was es zu einem nützlichen Frühwarnsignal für altersbedingte Krankheiten macht.
Ist Klotho unser Lebenselixier?
Die Forschung ist noch nicht abgeschlossen, und es ist zu früh, um Klotho als Langlebigkeitsprotein zu bezeichnen oder sich von Begeisterung mitreißen zu lassen. Altern ist ein komplexer Prozess, an dem mehrere Stoffwechselwege beteiligt sind und der von viel mehr Molekülen als nur Klotho gesteuert wird. Die Daten scheinen darauf hinzudeuten, dass Klotho bei all dem eine wichtige Rolle spielt, aber wie es genutzt werden kann, um einige altersbedingte Probleme zu lösen, ist noch unklar. Es ist auch nicht bekannt, wie man seine Präsenz im Körper erhöhen kann. Das Protein einfach einzunehmen oder zu injizieren scheint nicht zu funktionieren, und Wissenschaftler experimentieren mit anderen möglichen Lösungen, einschließlich der Stimulierung seiner natürlichen Freisetzung durch Ernährung oder Bewegung.













































