„Sei nett zu meinem Freund“, der neue Trend gegen toxische Männlichkeit Die Rache der „weichen Freunde“?

Heutzutage schneiden Freundinnen auf TikTok auf der ganzen Welt kleine Ecken ihrer persönlichen Konten heraus, um die Hobbys ihrer Freunde zu präsentieren. Es ist ein ironischer Trend, der aber eine wichtige Botschaft vermittelt: Auch Männer können kreative und unbeschwerte Hobbys haben, ohne ihre Männlichkeit gefährden zu müssen.

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„Mein Freund will dir seine Pflanzen zeigen und du sagst besser, dass sie toll sind.“ So beginnt das Video von Creator @yearningyardies — und innerhalb weniger Stunden sammelte es fast 10 Millionen Likes. Ihr Partner, stolz und lächelnd, präsentiert seinen Rosmarin, englischen Thymian (der in seiner Küche verwendet wird) und andere einheimische Kräuter. „Ich liebe sanfte Jungs, sie haben keine Angst vor Alpha-Männerstereotypen“, schreibt jemand in den Kommentaren. Aber warum sind wir so überrascht, einen Mann beim Gärtnern zu sehen? Wie eine Kettenreaktion teilten unzählige Freunde ihre Leidenschaften, vom Töpfern über das Nähen bis hin zum Sammeln von Pokémon-Karten, und brachten die Herzen Tausender von Nutzern zum Schmelzen. Was uns fragen lässt: Wäre die Reaktion dieselbe, wenn die Rollen vertauscht würden?

Zwischen Geschlechterstereotypen und sozialem Stigma: Der neueste Trend von TikTok ist ein Gewinn für sanfte Freunde

Laut einer aktuellen soziologischen Studie: Toxische Männlichkeit oder ungesunde Männlichkeit ist eine soziale Norm, die beschreibt, wie sich Männer gemäß den traditionellen männlichen Standards der lokalen Kultur verhalten sollten, und sie kann die psychische Gesundheit von Männern beeinflussen, indem sie den emotionalen Ausdruck verhindert.“ (Beyer, 2024; Darvin, Gray, Baker, Wells und Holden, 2024; Qiao, 2024). Der Begriff wurde 1990 vom Psychologen Shepherd Bliss geprägt. Er erklärt: „Toxische Männlichkeit wird verwendet, um zwischen positiven und negativen männlichen Merkmalen zu unterscheiden, und in seiner Forschung schadet die negative Seite oft dem Leben von Männern.“ (Nadira, Cadanadharta und Ayoda, 2024). Dies führt zu einer Reihe kultureller Vorurteile. Ein tief verwurzeltes Beispiel ist: „Männer weinen nicht“, da Weinen als weibliches Merkmal angesehen wird, das mit Freundlichkeit, Fürsorge und mütterlichen Instinkten in Verbindung gebracht wird. Ein anderes Beispiel: „Männer sollten nicht in der Küche sein.“ (Arvan, 2024; Poucke, 2024; Twine, 2024). Heute sehen wir, dass sich immer mehr Männer für Hobbys interessieren, die lange Zeit als feminin galten, wie Make-up oder Design, aber es ist immer noch eine Herausforderung. Warum? Weil toxische Männlichkeit und tiefe kulturelle Stereotypen immer noch viele, Männer und Frauen gleichermaßen, dazu veranlassen, diese Aktivitäten als „unmännlich“ zu bezeichnen und diejenigen lächerlich zu machen, die sie mit Freiheit und Selbstvertrauen annehmen.

Die Art von Trends, die wir in den sozialen Medien sehen wollen

Von Tom Holland über Jeremy Allen White bis hin zu Harry Styles steht das Bild des Gentlemans, der keine Angst hat, die Handtasche seiner Freundin zu tragen oder einen bunten Strauß in der Hand zu halten, im Mittelpunkt der Popkultur. Die Reise zur Dekonstruktion des Alpha-Männchens ist (endlich) im Gange, und Shows wie Maschi Veri sind der Beweis dafür. Soziale Medien spielen bei diesem Wandel eine große Rolle und bieten alternative Archetypen und Vorbilder. Ein Mann, der mit seiner Freundin lächelt, während er stolz seinen handgefertigten Keramiktopf zeigt, kann helfen, diese Hobbys zu normalisieren und zu beweisen, dass Kreativität und Sanftmut nicht im Widerspruch zu Männlichkeit stehen. Die Tatsache, dass diese Videos so viele Views und Likes erhalten, ist ein vielversprechendes Zeichen für eine Entstigmatisierung. Weit verbreiteter Austausch und positives Feedback machen diese Hobbies zu Punkten, auf die man stolz ist und sich mit der Gemeinschaft verbindet, anstatt sich zu schämen. Ohne zu predigen, informieren diese Videos die Zuschauer leise darüber, was es bedeutet, ein Mann im 21. Jahrhundert zu sein. Allerdings sind die Auswirkungen der sozialen Medien nicht immer so positiv: Sie können zwar gesündere Beispiele für Männlichkeit präsentieren, neigen aber auch dazu, toxische Normen zu verstärken, wie Untersuchungen zu Algorithmen zeigen, die frauenfeindliche Inhalte oder beunruhigende Phänomene wie den Aufstieg der Incel-Kultur fördern.

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Dieser TikTok-Trend, der uns auffordert, nett zu weichen Freunden zu sein, ist ein klares Beispiel dafür, wie Geschlechternormen durch individuellen Ausdruck und Medienpräsenz in Frage gestellt und neu definiert werden können, was eine starke Gegendarstellung zu toxischer Männlichkeit bietet. Aber seien wir ehrlich: Es liegt noch ein langer Weg vor uns, und deshalb sind wir immer noch so überrascht von Verhaltensweisen, die ehrlich gesagt völlig normal sein sollten, egal wer sie ausübt.

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