Die Tales & Tellers-Installation von Miu Miu kommt nach New York Miu Miu erforscht weiterhin zeitgenössische Weiblichkeit durch Performances und Videoprojektionen

Dazwischen hat Miu Miu immer gediehen. Zwischen Mode, Kunst und Kino. Zwischen Geste und Erzählung. Zwischen Vision und Materie. Mit Tales & Tellers, der neuesten immersiven Installation der Maison, schlägt die Marke ihrer fortwährenden Erforschung zeitgenössischer Weiblichkeit, verstanden als lebendiger, sich ständig weiterentwickelnder Organismus, ein neues Kapitel hinzu. Nach ihrem Debüt in Paris auf der Art Basel 2024 erwacht das ortsspezifische Werk wieder zum Leben und erwacht erneut in New York, im industriellen Herzen des Terminal Warehouse, 261 11th Avenue, zum Leben. Diese neue Version, die am 10. und 11. Mai 2025 für die Öffentlichkeit zugänglich ist und am 9. eine private Vorschau findet, wird zu einer urbanen Traumlandschaft: einer Stadt, die durch einen nächtlichen und surrealen Blick neu erfunden wurde. Tales & Tellers entfaltet sich wie ein sensorisches Mosaik. Eine langsame Choreographie aus Performances, physischen Installationen und Videoprojektionen, bei der jedes Fragment zu einer umfassenderen Erzählung beiträgt — einer gemeinsamen Erinnerung, die mit dem Körper, der Sprache und dem Blick von Frauen verbunden ist. Die kreative Vision stammt von Miuccia Prada, das Projekt wurde von Goshka Macuga konzipiert und von Elvira Dyangani Ose kuratiert. Die Performance wurde von Fabio Cherstich geleitet und die physische Installation wurde von OMA/AMO entworfen.

 

Storytelling als Akt des ästhetischen Widerstands

Der Titel, Tales & Tellers, erinnert an das Geschichtenerzählen als kulturellen Akt und als Mittel zur Wissensvermittlung. Aber auch die konkrete Präsenz derer, die die Geschichten erzählen: die weiblichen Figuren, die Film für Film, Laufsteg für Laufsteg das ästhetische und politische Universum von Miu Miu bewohnt haben. Aus jeder Arbeit der Miu Miu Women's Tales-Reihe (von 2011 bis heute) und aus den künstlerischen Interventionen in den Kollektionen zwischen Frühling/Sommer 2022 und Frühling/Sommer 2025 geht ein Charakter hervor. Und aus dieser Entstehung heraus eine Transformation. Jede Figur wird live von einem Schauspieler vor dem Hintergrund von originalem Archivmaterial neu interpretiert. Alles unter der visionären Leitung von Fabio Cherstich.

Paris und New York: Zwei emotionale Geografien

Während die Aufführung in Paris an einen zivilen Raum erinnert, an einen öffentlichen Platz, der von Verbindungen und Begegnungen belebt wird, ändert die New Yorker Ausgabe Ton und Intensität. Hier werden die Straßen zu halluzinatorischen Bühnen, zu psychischen Landschaften, in denen die unterirdischen Strömungen der Identität auftauchen und Gestalt annehmen. Das Terminal Warehouse wird zu einem erzählerischen Scheideweg: Wände atmen Geschichten, und die Nacht wird zur Metapher. Die Stadt wird in ihrer vielschichtigen Anonymität zum eigentlichen Kern der Geschichte. Jede der 36 Aufführungen thematisiert die Schwelle zwischen Fiktion und Realität, zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver Vorstellungskraft.

Ein visueller Atlas der Weiblichkeit

Tales & Tellers ist auch ein Archiv, ein poetisches Mittel. Neben den Aufführungen umfasst die Installation eine vollständige Vorführung aller Filme der Reihe Women's Tales: ein filmisches Korpus, das die weibliche Geste der Schöpfung, Erzählung und Erscheinung feiert. In jedem Stück wird Weiblichkeit als eine facettenreiche Angelegenheit betrachtet — fragil und mächtig, politisch und intim. In diesem hybriden Raum zwischen Mode, Kino und Kunst setzt Miu Miu seine Reise zum visuellen Geschichtenerzählen fort. Und lädt ihr Publikum ein, die transformative Kraft weiblicher Erzählungen zu erkennen.

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